Der Automobilclub ADAC testete insgesamt 62 Roller-Vermietungen in europäischen Urlaubsländern, berichtet das Verbrauchermagazin verbraucher-papst.de. Hierbei nam der ADAC Motor-Roller in den EU-Ländern Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und im griechischen Teil von Zypern unter die Lupe. Die Ergebnisse des ADAC-Tests sind erschreckend: Jede fünfte Mietstation fiel durch. Zum Teil waren die Mängel der Zweiräder lebensgefährlich, so der ADAC. Aber auch die Serviceleistungen waren bei einigen Vermietern unter aller Kanone.
Motorbikes sind für viele Urlauber eine preisgünstige Alternative zum Mietwagen. Gerade in Mittelmeerländern sind sie praktisch, da man mit einem Roller kaum Parkplatzprobleme hat und spielend leicht durch die engen Gassen der alten Städte kommt. Gerade für jüngere Urlauber gehört ein Roller zum ultimativen Mittelmeerfeeling einfach dazu. Allerdings befinden sich unter den Roller-Vermietern auch viele schwarze Schafe, so die Ergebnisse des aktuellen ADAC-Tests 2012.
Testverlierer auf Mykonos
Bei Singles und jungen Paaren besonders beliebt: Die griechische Partyhochburg Mykonos. Ausgerechnet dort befindet sich der Verlierer des Roller-Tests: “Joe Club Rent a Bike” in der Inselhauptstadt Mykonos Stadt. Hier mieteten die ADAC-Tester einen Motor-Roller für schlappe 18 Euro am Tag. Doch selbst geschenkt wäre für dieses Zweirad noch zu teuer, denn der Zustand war aus Sicht der Tester desolat und lebensgefährlich: Die Bremsleitung war undicht, die Vorderradbremse ölverschmiert und ein Lenkkopflager hatte deutlich zu viel Spiel. Leider sind solche Roller in Griechenland laut ADAC keine Einzelfälle: Jede zweite Roller-Vermietung in Griechenland bekam im Test das Urteil “mangelhaft” oder sogar “sehr mangelhaft”.
Sizilien Testsieger
Ganz anders sieht es im sizilianischen Palermo aus: Die Mietstation “Sicily Moto Rent” wurde vom ADAC zum Testsieger gekürt: Das Personal freundlich und professionell, die Roller neuwertig und gut gewartet. Auch die Miet-Formalitäten entsprachen den Kriterien der Tester: Kontrolle auf Vorschäden, Übergabeprotokoll und ein gut verständlicher Mietvertrag auf italienisch und englisch sorgten für die Bestnote. Zudem lag der Mietpreis mit 38 Euro am Tag deutlich unter dem Testdurchschnitt von 47,75 Euro für einen 125er-Roller. Darin enthalten auch zwei neuwertige gute Helme und auf eine Kaution wurde verzichtet.
Teure Vermieter sind nicht unbedingt sicher
Durchweg recht sicher waren die getesten Roller in Frankreich und auch in Spanien war das Ergebnis solide: Unter 16 getesteten Rollervermietern war nur einer “mangelhaft”. Italiens Rollervermieter waren aus technischer Sicht ebenfalls größtenteils in Ordnung, dafür waren die Roller im Heimatland der Vespa aber am teuersten: Bis zu 78 Euro am Tag kostete ein Motorroller in Italien.
Doch teuer heißt nicht automatisch auch sicher, sagt der ADAC: So verlangte die Mietstation “Chris Rent a Car” auf Zypern stolze 50 Euro am Tag für einen 50er Roller. Bei dem Fahrzeug waren allerdings die Bremshebel nicht bedienbar.
ADAC rät: Besser vorher informieren
Abgesehen von den technischen Mängeln fielen dem ADAC auch formale Mängel bei vielen Mietstationen auf: So gab es in einigen Fällen schwer verständliche Mietbedingungen und Mietverträge, die nur in Landessprache verfasst waren. Teilweise wurde sogar die Rückzahlung der Mietkaution verweigert.
Insgesamt erhielten nur sechs der 62 getesteten Rollervermieter die Bestnote “sehr gut”. Immerhin 25 Vermieter erhielten ein “gut”. 19 Mal wurde das Testurteil “ausreichend” vergeben und immerhin 9 Vermieter bekamen ein “mangelhaft”. Bei drei Rollervermietern vergab der ADAC wegen gravierender Mängel sogar ein “sehr mangelhaft”.
In die Bewertung flossen neben der technischen Sicherheit auch die Mietbedingungen mit ein. Der Testzeitraum lag im Sommer 2011 und es wurde jeweils ein Roller für zwei Personen mit Helm für einen Tag angemietet.
